Die Börse brummt, der Devisenhandel wird es wohl auch bald. Nächste Woche entscheidet die US-Notenbank Fed einmal mehr darüber, wie es mit der Landeswährung weitergehen soll. Doch dies wird sich nicht nur auf die Wirtschaft der USA auswirken, auch die Devisenmärkte Europas sind nervös hinsichtlich der Zinsveränderungen.

Was heisst das für den Euro?

Der Euro schlägt in den letzten Tagen keinen deutlichen Kurs ein. Mal schiesst er nach oben, wie gestern bei 1,3542 Dollar und dann rauscht er auch wieder deutlich unter seinen Durchschnitt. Ein Wertverlust von einem Cent seit Wochenbeginn ist gravierend für die Devisenhändler, welche nicht damit gerechnet haben. Gestern stand in der Tagesvorhersage der Commerzbank: „Langsam aber sicher scheint sich die Einsicht am Devisenmarkt breit zu machen, dass das Massnahmenpaket der EZB vergangene Woche doch kein Pappenstiel war.“ Ein schwacher Euro bedeutet, dass Exporte günstiger realisiert werden können und Importe teurer werden, ganz im Sinne der Binnenwirtschaft. Die Konjunktur freut sich über solche Aufschwünge.

Fokus auf den Fed-Entscheid

In der nächsten Woche tagen die US-Währungshüter wieder, dieses Mal zwecks des regulären Zinsentscheids. Bis dahin scheint der Euro den Atem anzuhalten und Experten gehen davon aus, dass er weiterhin die Füsse still hält, bis die Fed an die Öffentlichkeit gegangen ist. Magisch wird es bei der Grenze von 1,35 Dollar je Euro. Die USA soll wieder auf eigenen Füssen stehen, die EZB will noch mehr Geld in die Märkte pumpen, anstatt den Banken die Geldanlage bei der Zentralbank weiterhin attraktiv zu gestalten. Der Euro wird deshalb verkauft wo es geht, der Dollar steigt im Kurs.

Die EZB versucht einfach zu retten, was noch zu retten ist. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble stellt sich schützend vor die Zentralbank. „Die EZB hat einen exzellenten Job gemacht. Die lockere Geldpolitik erscheint angemessen. Aber die EZB sollte die Zinsen nicht länger als nötig so niedrig lassen.“ Die erstmalige Einführung der Strafzinsen für Banken war ein schweres Ereignis. Das Geld soll an Unternehmen und Privatpersonen gehen, statt es bei der EZB zu parken. Weitere milliardenschwere Finanzspritzen zur Kreditvergabe wurden angekündigt.