Der Machtkampf an der VW-Spitze scheint beendet, Vorstandschef Winterkorn hat sich durchgesetzt. Nun will er seinen Ideen zur Reform des Konzerns Taten folgen lassen. Seine Pläne dazu hat er jetzt veröffentlicht.

Schneller, effizienter, beweglicher

„Wir müssen schneller, effizienter und beweglicher werden“, erklärte Winterkorn. Der Vorstandschef visiert vor allem die Führungsetage des VW-Konzerns an. Über seine Pläne hat er die Manager des Unternehmens darüber nicht nur informiert, sondern auch eingestellt, schrieb das Magazin „Automobilwoche“. VW hat in der Tat in manchen Regionen der Welt, bspw. den USA, an Boden verloren und damit hat Konkurrent Toyota wieder Marktanteile zurückgewinnen können.

Es geht aber auch um die Nutzung modernster Medien und das Thema des autonomen Fahrens. Der VW-Chef wollte deshalb mit seinen Managern über die Zukunft des Autokonzerns sprechen. Konkrete Details blieben aber hinter verschlossener Türe.

Einen neuen Zukunfts-Markt hat Volkswagen mit Spanien gefunden. Hier will man eine Milliarde Euro für die Expansion investieren. Am vergangenen Dienstag hatte Winterkorn dann von der Aufnahme des alltäglichen Geschäfts gesprochen, nachdem Chefaufseher Ferdinand Piëch das Handtuch geworfen hatte. Neue Strukturen will Winterkorn etablieren und das wird auch personelle Veränderungen zur Folge haben. Doch noch lässt er sich dazu nicht in die Karten schauen.

Dezentralisierung von Aufgaben

Soviel wissen wir schon und als Beispiel wird die Trennung von den Töchtern MAN und Scania genannt. Sie sollen eigenständige Holdings innerhalb des Dachverbands werden. Die „Automobilwoche“ schreibt von einer Veröffentlichung der konkreten Pläne bis Oktober, VW äusserte sich dazu noch nicht. Auf der anderen Seite wissen wir, dass VW seine Sparte mit den Nutzfahrzeugen neu aufstellen will. Demzufolge soll in Niedersachsen eine Holding gegründet werden.

Die Dezentralisierung soll vor allem wichtige Entscheidungen beschleunigen, um im Kampf mit Toyota effizienter sein zu können. Die USA ist einer der grössten Absatzmärkte für PKWs, doch Volkswagen ist einer der wenigen Hersteller mit derzeitigem Verlust von Absatzzahlen. Betriebschef Bernd Osterloh bringt es auf den Punkt: „Wir brauchen klare Strukturen, um in einzelnen Bereichen schnell und flexibel handeln zu können.“