Unter Dividenden-Investoren ist die Volkswagen-Aktie eine bekannte Größe. Zwar wächst die Ausschüttung nicht konstant, doch zumindest wurde sie seit 1999 nie ausgesetzt. Ein größeres Loch riss der Abgasskandal in den Verlauf. Von beinahe null, begannen Aktienkurs und Dividende wieder kräftig zu steigen. Doch immer wieder kommt es zu kleinen Rücksetzern, weil bei VW nicht alles rund läuft. Jetzt ruft der Autobauer europaweit 56.000 Fahrzeuge zurück. Es gibt Probleme mit der Rückfahrkamera und einem weiteren System.

Kein staatlich angeordneter Rückruf

Hierbei betonten die Wolfsburger, dass es sich um eine „freiwillige Servicemaßnahme“ handelt. Es sei kein offizieller Rückruf seitens des Kraftfahrt-Bundesamtes. Betroffen sein davon nach aktuellem Stand lediglich Modelle des Golf 8. Der Ausfall bezieht sich sowohl auf die Rückfahrkamera als auch das Infotainment-System.

VW macht dabei die Angabe, dass es alle Fahrzeuge vom Typ Golf 8 untersuchen möchte, welche bis vergangenen Juli produziert worden sin. Es handelt sich dabei um keinen mechanischen Defekt. Es bedarf lediglich eines Software-Updates, damit die beiden Systeme wieder ordnungsgemäß funktionieren können. Was beim Infotainment noch zu verschmerzen wäre, stellt bei der Rückfahrkamera ein gewisses Risiko dar. Sofern sich ein Fahrer darauf verlässt.

Aktienkurs lässt um 1,9 Prozent nach

Obwohl dies keine gravierend negative Nachricht war und vergleichsweise wenig Fahrzeug betrifft, reagierte der Aktienkurs dennoch. Anleger ließen das Wertpapier zeitweise um 1,9 Prozent fallen. Vermutlich deshalb, weil es künftig immer mehr Technik in VW-Fahrzeugen geben wird. Unsichere Software sollte kein Problem sein. Aktuell ist die Aktie für etwa 144€ zu haben.

Doch der Aufwand, den eigenen Wagen in die Werkstatt bringen zu müssen, ist auch nicht ohne. Theoretisch ginge es auch ohne diese zwei Dienste. Aber wer will schon einen nicht voll funktionsfähigen VW fahren? Um die Entscheidung zu erleichtern, haben sich die Wolfsburger etwas einfallen lassen. Die Garantie für das Fahrzeug wird um ein Jahr verlängert. Außerdem gibt es von der Vertragswerkstatt einen Leihwagen sowie Servicegutscheine.

Was diese Aktion kosten wird, darüber schweigt sich VW aus. Das Problem soll schnellstmöglich behoben werden. Immerhin steht hier das Image des am meisten verkauften Modells auf dem Spiel.