Sie beide produzieren ihre Wagen in Schweden und setzen dabei auf Stil und Klasse. Doch wirtschaftlich betrachtet entwickeln sich die Geschäfte für Volvo und Saab in völlig unterschiedliche Richtungen. Während sich Saab auf einer Talfahrt befindet, kriegt Volvo die Kurve und kann sogar ein neues Modell auf den Markt bringen.

Wandel seit der Jahrtausendwende

Um das neue Jahrtausend herum, entschieden sich beide Traditions-Unternehmen zum Verkauf an amerikanische Konzerne, welche keine gute Wirtschaft betrieben. Zehn Jahre später warfen dann die neuen Besitzer das Handtuch und Rettung gab es nur über chinesische Investoren. Während der Achterbahnfahrt versuchten Volvo und Saab weiterhin den Betrieb profitabel aufrecht zu erhalten. So viel zu den Gemeinsamkeiten.

Saab steht mal wieder kurz vor dem Aus, es bedarf neuer Investoren. Bis zum vergangenen Samstag hatte das Konsortium NEVS Zeit bekommen, neue Gelder zu beschaffen. Andernfalls werden die Gläubiger nervös. Für NEVS geht es um umgerechnet 54 Millionen Euro die den Lieferanten geschuldet werden. Der Gläubigerschutz per Gericht ist nun zu Ende.

Und bei Volvo?

Der schwedische Konkurrent Volvo muss sich um so etwas keine Gedanken machen. Der Autobauer gab eine Prognose ab, in der er sich einen Absatz von 470.000 Fahrzeugen bis Ende des Jahres erhofft. In 2013 wären es damit zehn Prozent weniger gewesen, ein Trend den die Anleger nur begrüssen würden. Die Konzernleitung geht noch weiter und will in 2020 in einem Jahr 800.000 Autos an den Mann oder die Frau bringen.

Was hat Volvo besser gemacht als Saab? Viele Ökonomen meinen, dass man beide Unternehmen nicht miteinander vergleichen kann. Volvo hatte schon immer eine feste Basis, während Saab diese nie besass. Allein gemessen an den Verkaufszahlen lag Volvo immer höher und stabiler. Saab ist als Autohersteller nur sehr wenig bekannt, weil sich der Konzern auf Rüstungsprojekte konzentriert. Die Autoproduktion sei nur „eine Art Hobby“, erklärt Ökonom Mikael Wickelgren von der Uni Göteborg. Zum Schluss kam dann noch General Motors ins Spiel. „GM hat die Marke Saab kaputt gemacht“, meint Wickelgren. Das Konsortium NEVS sei zudem finanziell nicht stark und erfahren genug für solche Übernahmen.