Volkswagen will auf dem chinesischen Markt mehr erreichen, doch wird der Autobauer von Engpässen bei der Produktion ausgebremst. Dieses Problem lässt sich nur auf eine Art lösen und zwar mit mehr Kapazitäten vor Ort. Die anvisierte Wachstumsrate soll dabei über dem Marktdurchschnitt liegen.

Ehrgeizige Ziele gesteckt

Auf Expansionskurs befand sich der Volkswagen-Konzern sowieso schon, doch die gewünschten Ergebnisse haben sich noch nicht eingestellt. Derweilen reissen die Chinesen ihnen die Wagen aus den Händen. Der grösste Automarkt weltweit hat ein starkes Interesse an VW. In China sitzt Jochen Heizmann im Vorstand und kündigte an, dass man bis 2019 fünf Millionen Autos pro Jahr für das Land produzieren will. Damit hat er die Prognose von vier Millionen Fahrzeugen bis 2014 noch einmal erhöht. An diesem Ziel werde mit „Volldampf“ gearbeitet.

Die letzten Zahlen zeigten einen leichten Wachstumsrückgang, aber dennoch soll das Reich der Mitte in den kommenden fünf Jahren deutlich mehr VW-Autos erhalten. Bis zu acht Prozent Zuwachs pro Jahr seien realistisch. „Wir wollen immer ein bisschen besser sein als der Markt, das ist klar“, so Heizmann. Da dürften ihm die 0,7 Prozent weniger Absatz im Januar kaum Freude bereitet haben. Dies führt der Vorstand auf Engpässe bei der Produktion zurück. Daher auch sein Fazit: „Wir könnten mehr verkaufen, wenn wir mehr Kapazitäten hätten!“

Alles noch am Anfang

Die schnellere Erweiterung als gedacht muss nun in die Tat umgesetzt werden. Noch steht alles am Anfang. „Wenn man wie jetzt über 300 Arbeitstage im Jahr arbeitet, dann hat man nicht genügend Tage frei für die Einführung neuer Modelle in der Fabrik und für die nötige technische Umstellung.“

Die Ansage von Volkswagen für diesen Markt hat für gute Stimmung gesorgt. Chinas Branchenverband rechnet mit einem starken Zuwachs. In 2014 waren es bereits 12,4 Prozent mehr Wagen als im Jahr davor. 3,67 Millionen Fahrzeuge kauften die Chinesen für ihren Bedarf. Die Tochter Audi verkaufte sogar 17,7 Prozent mehr Wagen. Der Branchenverband CAAM gab eine Vorhersage von 9,9 Prozent an Wachstum bekannt, was im Januar mit zehn Prozent bestätigt wurde.