Die ersten drei Tage dieser Börsenwoche ist geprägt von einer Achterbahnfahrt. Am gestrigen Dienstag ging es zunächst hoch hinaus für die US-Börse, heute kam dann die Reise ins Tal. Die Schuld dafür schieben die Analysten der schwachen US-Konjunktur und dem enttäuschenden BIP in die Schuhe.

Schwache Konjunkturdaten

Der US-Arbeitsmarkt zur Wochenmitte zeigt sich schwächer als erwartet. Dies belastet auch die Wirtschaft, was die Wall Street zu spüren bekommt. Der Dow Jones ging am Dienstag vor Schluss noch um 0,7 Prozent zurück. Anleger investieren weiter, jedoch mit grösserer Zurückhaltung, wie festgestellt werden musste. Nun wird auch noch mit Anschlussverkäufen gerechnet. „Im S&P-500 unter 1950 Gewinne mitnehmen“, meint Michael Riesner, Analyst der UBS. Der Markt wird mit hoher Wahrscheinlichkeit noch abrutschen, vielleicht sogar unter 1900.

US-Wirtschaft schrumpft

Der amerikanische BIP hat im ersten Quartal mehr nachgelassen als prognostiziert wurde. Das Bruttoinlandsprodukt hat in den ersten drei Monaten so viel abgenommen, dass es hochgerechnet aufs Jahr 2,9 Prozent weniger bedeuten könnte. Seit fünf Jahren gab es so schlechte Werte schon nicht mehr. Das Ministerium musste sich damit schon zum zweiten Mal hinsichtlich seiner Vorhersage korrigieren. Erst hatte man auf eine Beinahe-Stagnation von 0,1 Prozent gehofft, im vergangenen Mai waren es dann schon minus ein Prozent.

Die geringe Beschäftigung führen die Beobachter auf die lang anhaltende Kältewelle in den USA zurück. Sie hat vor allem die Baubranche einfrieren lassen und auch öffentliche Einrichtungen hatten länger geschlossen als gewünscht. Dann kam auch noch der Rückzug von milliardenschweren Finanzspritzen der US-Notenbank Fed hinzu.

Weniger Aufträge für die USA

Abschliessend noch ein Dilemma aus verschiedenen Branchen. Im Mai gab es deutlich weniger Aufträge, ob Mixer oder High Tech. Zum Vormonat gab es ein Prozent weniger an Aufträgen für Unternehmen der USA. Die erwartete Stagnation wurde damit unterboten. Doch dies hat sich nun im Juni schon fast wieder ausgeglichen. Wo weniger verdient wird, gibt der Mensch auch weniger aus. Der private Konsum wurde von 3,1 Prozent auf nur noch 1,0 Prozent korrigiert. Alles in Allem keine rosigen Zeiten für Anleger in den USA.