Seitdem US-Präsident Donald Trump gewählt worden ist, sind dunkle Wolken über der nordamerikanischen Automobilindustrie aufgezogen. Denn Trump hat von Beginn an klar gemacht, wie sich die Hersteller zu verhalten haben. Zwar ist mittlerweile nicht mehr von Strafzöllen die Rede, aber trotzdem ist noch nichts sicher, wie es nun konkret weitergehen wird. Außerdem gibt es zunehmend Warnungen davor, dass die USA auf einer Menge fauler Autokredite sitzt. Platzt hier die Blase bald?

BMW als bestes Beispiel

Heute zeigt BMW in Spartanburg (South Carolina), woran in den letzten Monaten gearbeitet wurde. Mit dem neuen BMW X3 geht der Automobilentwickler den nächsten Schritt. Das US-Autowerk steht hier seit 25 Jahren und gilt als einer der größten Arbeitgeber seiner Branche. Bislang hat BMW 8 Milliarden Dollar investiert und beschäftigt derzeit 9.000 Mitarbeiter. Weitere knapp 60.000 Personen sind durch die Zulieferer von BMW abhängig. Damit wird ein nicht unwesentlicher Teil an der US-Wirtschaft erbracht.

Donald Trump könnte dies dennoch nicht genug sein. Auch die Lokalmatadoren Fiat-Chrysler, Ford und General Motors (GM), hat er schon aufs Korn genommen. Für ihn wird einfach zu viel im Ausland, speziell in Mexiko, produziert. Damit gehen Arbeitsplätze und Steuereinnahmen verloren, so die Kritik des US-Präsidenten. Die amerikanischen Autokonzerne versuchen ihn zu beschwichtigen und auch BMW sucht den Dialog mit dem weißen Haus.

Warnung vor faulen Autokrediten

Was in 2007 die Immobilienblase war, könnte nun die US-Autoblase sein. Finanzökonomen warnen vor zu vielen faulen Krediten für Fahrzeuge. Speziell die Wirtschaftswissenschaftlerin Isabel Schnabel, erklärte gegenüber der „Frankfurter Allgemeiner Sonntagszeitung“, das die aktuelle Situation stark an die Zeit kurz vor der Immobilienkrise erinnere.

„Die Autokredite weisen in den Vereinigten Staaten seit Jahren ein rasantes Wachstum auf“, erklärte sie. Auf der anderen Seite sind Autokredite immer leichter zu haben. Amerikanische Banken erhalten von der Fed große Mengen an billigem Geld. Dieses soll in Form von Darlehen weitergereicht werden, um die Wirtschaft anzukurbeln. Konditionen und Summen haben sich seitdem verbessert. „So wurden Kredite gegeben, deren Betrag nahezu dem Wert des Neuwagens entsprach“, so Schnabel.

Nun häufen sich aber die Fälle der Kreditausfälle und es gibt immer mehr Gebrauchtwagen zu sehr günstigen Preisen. Sind Schuldner gezwungen ihre Fahrzeuge zu veräußern, gibt es bald mehr Angebot als Nachfrage. Extrem beliebt in Nordamerika ist die „Santander Consumer USA“, welche auf einem Großteil der faulen Kredite sitzt.