Nachdem nun die Manipulationen an Toshibas Geschäftszahlen einige Zeit bekannt sind, zieht sich die Schlinge weiter zu. Erst kam die Rekordstrafe durch die Börsenaufsicht, nun sammeln sich die Anleger für eine Schadensersatzklage. Konnte das am Ende der wirtschaftliche Genickbruch sein?

300 Millionen Yen gefordert

Umgerechnet 2,2 Millionen Euro fordern nun einige Anteilseigner als Entschädigung für den Betrug. Für ihre Aktien ging es steil bergab und somit verloren sie viel Geld. Noch stärker ins Gewicht fällt die empfohlene Strafe der Finanzaufsichtsbehörde FSA, denn hier geht es um 55 Millionen Euro. Damit hält Toshiba den Rekord für das höchste Unternehmens-Bussgeld in Japan.

Nach den ersten Untersuchungen entliess der Konzern dann einige seiner höchsten Manager. Sie sollen in dem Schwindel verwickelt gewesen sein und das über sieben Jahre hinweg. Dabei hoben sie den Nettogewinn und den Gewinn vor Steuern übermässig an. Die real erwirtschafteten Zahlen deckten dies nur zu einem Teil.

Drei ehemalige Präsidenten und zwei Finanzchefs von Toshiba sitzen nun bald auf der Anklagebank. Die 50 Anleger haben sich gruppiert und verlangen eine Entschädigung für die Manipulation und Vortäuschung falscher Bilanzen. Der Skandal bescherte Toshiba nun auch rote Zahlen für das laufende Geschäftsjahr.

Spielwarenbranche rechnet mit Milliarden

Wir werfen einen Blick zur deutschen Spielwarenbranche, denn diese erwartet einen Rekordumsatz im letzten Quartal. Das Weihnachtsgeschäft hat begonnen und der Bundesverband des Spielwaren-Einzelhandels (BVS) geht von 2,93 Milliarden Euro aus. Das entspräche vier Prozent mehr zum Vorjahr. „Wachstumsmotor in diesem Jahr sind das Internet, Lego und Lizenzprodukte“, erklärte BVS-Geschäftsführer Willy Fischel. Diese Nachricht ist insofern für andere Länder interessant, weil es sich meist um weltweit vertriebene Produkte handelt. Anleger könnten also noch vor Jahresende in Aktien der Hersteller investieren. Die Wochen vor Weihnachten generieren um die 40 Prozent des Jahresumsatzes.

Strategisch gut platziert ist auch der neue „Star Wars“-Film, der Mitte Dezember erscheint. Die Merchandising-Artikel dazu sind schon jetzt „heisse Ware“. Schon der Oktober war deshalb von einem grossen Umsatzplus geprägt gewesen. Im Gegensatz zu den grossen und bekannten Marken, rechnen die Hersteller im Modellbau und Modeleisenbahnen mit einem durchschnittlichen Geschäft.