Im Sommer hatte Toshiba zugeben müssen seine Bilanzen geschönt zu haben. Es ging dabei um Milliarden und dieser Skandal hallt jetzt noch nach. Das Jahresergebnis hat man bis zuletzt geheim gehalten, aber jeder wusste bereits, dass es ein dickes Minus beinhalten muss. Nun gab es endlich diese wichtigen Zahlen, auch wenn sie für Toshiba die Talfahrt weiter führen.

37,8 Milliarden Yen Verlust

Bei Toshiba endet das Geschäftsjahr immer zum März bzw. Anfang April. Dieses Mal stehen in den Büchern 37,8 Milliarden Yen als Verlust. Die umgerechnet 285 Millionen Euro sind selbst für das weltweit etablierte Unternehmen schwer zu schlucken. Ironischer Weise gab Toshiba vor der Bekanntgabe seiner Jahresbilanz noch eine positive Prognose von 120 Milliarden Yen ab.

Bei der Umsatz-Vorhersage lag der Konzern dagegen richtig. Dieser betrug 2014/2015 6,66 Billionen Yen. Immerhin ein kleines Plus von 2,6 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Die Finanzaufsicht hatten schon die Daumschrauben angezogen, Toshiba zeigte seinen Jahresbericht in letzter Minute. Eigentlich wäre dieser schon vor vier Monaten fällig gewesen, doch das Unternehmen zögerte alles hinaus, in der Befürchtung die Anleger würden negativ reagieren, doch es kam anders.

Anleger überraschten Toshiba

Denn zwischenzeitlich gab es am Handelstag ein Plus von knapp sechs Prozent und der Tag schloss dann mit immerhin +1,75 Prozent. Der angestaute Druck hatte sich gelöst und die Aktionäre wussten wohl schon worauf sie sich einstellen mussten. „Es gibt ein Gefühl der Erleichterung, weil das Unternehmen jetzt in der Lage war, die Bilanz zu veröffentlichen“, erklärte Chihiro Ota beim Finanzdienstleister SMBC Nikkei Securities.

Was hatte Toshiba falsch gemacht? Im Juli fand man heraus, dass die letzten sechs Geschäftsjahre nicht immer korrekt angegeben worden waren. Umgerechnet 1,13 Milliarden Euro wurden hier frisiert dargestellt. Eine Untersuchungskommission deckte die Manipulation auf, die Schuld wurde beim Management gefunden. Als wäre der Skandal nicht schon genug, entschieden sich der Präsident und sein Vorgänger zum Amtsrückzug. Auch einige Manager versuchten sich zu retten. Die Tragweite dieses Vorfalls zeigt sich vermutlich erst auf der ausserordentlichen Hauptversammlung am 30. September, wenn Toshiba sein weiteres Vorgehen bespricht.