Der Transportdienstleister Sixt hat seinen Börsengang bereits vor Jahren realisiert und sich im SDax angesiedelt. Nun wurden erste Pläne einer Abspaltung der integrierten Leasing-Gesellschaft laut. Dadurch würde Sixt zwei Wertpapiere an die Börse bringen können und erhofft sich davon frisches Geld für die Expansion.

Öffentlich statt geheim

Wie lang die Idee schon vorgekocht wird wissen wir nicht, aber Sixt geht damit ganz offen um. Die Leasingsparte könnte somit ihre eigene Aktie erhalten. Die Sixt Leasing AG würde dann zu einer stärkeren finanziellen Basis beitragen, wodurch man das Geschäft mit den Leasing-Fahrzeugen ausbauen könnte. Nun können sich Investoren und solche die es werden wollen dazu einbringen.

Ein neues Wertpapier an der Börse erhält fast immer einen Bonus für den Start. Ausserdem teilen sich damit die Investitionen der Geldanleger und neue Geldgeber kommen hinzu. Offiziell heisst es, es solle die „Finanzierungsstruktur im Geschäftsbereich Leasing verbessert und zugleich finanzieller Spielraum für weiteres Wachstum im Leasinggeschäft geschaffen werden“.

Wenn die Leasing-Sparte sich von der Hauptaktie trennt und ein eigenes Wertpapier an der Börse stellt, dann würde dies auch dem Mutterkonzern finanziellen Aufwind geben, ohne die „Eigenkapitalquote des stark expandierenden Geschäftsbereichs Autovermietung zu beeinträchtigen“. Die Leasinggeschäfte sollen mittelfristig mehr Unabhängigkeit gewinnen.

Keine komplette Abnabelung geplant

Doch den Bezug zwischen Hauptgeschäft und Tochtergesellschaft will man dennoch nicht ganz aufgeben. Dies soll durch ein gewisses Mass an Eigenkapital in die Tochter geschehen, Sixt will also einen wichtigen Teil selbst erwerben, um somit die Kontrolle nicht zu verlieren. Doch noch steht nicht mehr als ein Luftschloss, dem jegliches Fundament fehlt. Wie man dieses aufbauen könnte, das prüfen die Abteilungen nun. Eine Garantie für den Börsengang der Sixt Leasing AG besteht demnach noch nicht.

Potential hätte das Wertpapier aber. Wenn man die ganze Leasingsparte aus Privat- und Geschäftskunden zusammenrechnet, dann ergibt sich nach eigenen Angaben ein Umsatz von 500 Millionen Euro. (Stand: 2013) Dazu zählt dann auch noch das Fuhrparkmanagement des Konzerns.