Die mächtigsten Entscheidungsträger haben sich erneut getroffen und die Anspannungen in Osteuropa lösen heftige Debatten über einen nahenden Krieg aus. Eine Branche würde es sogar freuen wenn es zu einer Auseinandersetzung kommt und zwar die Rüstungsindustrie. Sie verzeichnet jetzt wieder steigende Umsätze und ist damit ein Anlagetipp für jene die moralische Bedenken nicht scheuen.

Darf´s ein Panzer mehr sein?

Weltwirtschafts- und Eurokrise haben die meisten Länder zu einem militärischen Sparkurs gezwungen. Kasernen wurden geschlossen, Personal entlassen und so mancher Panzer veräussert. Doch jetzt erfreuen sich die Rüstungsfirmen einer steigenden Beliebtheit, ihre Auftragsbücher sind voll. Die Branche steht an einer Wende zu mehr Aufschwung.

Vor einigen Wochen waren es nur vage Hoffnungen, jetzt beweisen es die Auftragsbücher der Rüstungsfirmen. Die Unternehmensberatung von Roland Berger erklärte in einer Studie, dass die lang anhaltenden Krisen in der Ukraine und dem Nahen Osten für erhöhte Kaufbereitschaft hinsichtlich militärischen Bedarfs sorgen. Panzer und Schiffe, sowie Waffen stehen wieder auf einem besseren Kurs und viele Führungskräfte rechnen mit steigenden Wehrbudgets.

Mitgliedsstaaten der Nato haben sich im Sommer 2014 darauf geeinigt, zwei Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes für die Aufrüstung zu verwenden. Dies geschah als Antwort auf die Ukraine-Krise und gab der Industrie den ersten Schub. Glücklicher Weise erreichten nicht alle Nato-Mitglieder diesen Status. Deutschland liegt bspw. nur bei 1,2 Prozent. „Russland plant, seinen Rüstungshaushalt um 30 Prozent zu steigern, um ihn wieder auf das Niveau vor der Auflösung der Sowjetunion zu bringen“, heisst es von Manfred Harder, ein Partner von Roland Berger.

Kontroversen am laufenden Band

Russland plädiert für eine friedliche Einigung, die Medien stellen ein anderes Bild dar. Es ist schwierig die Wahrheit herauszufinden, aber hier geht es auch nur um die Geldanlagen in der Rüstungsindustrie. Die Rüstungsausgaben in Osteuropa steigen weiter an. Polen und Tschechien sind ebenfalls in Alarmbereitschaft. Dagegen schrumpfen Länder die Frankreich oder Dänemark ihr Militär ein.

Die Aktien der Rüstungshersteller sollten nun verstärkt im Auge behalten werden. Vielleicht ist auch jetzt schon eine Anlage bei den grössten Produzenten interessant? Denn die Lage scheint sich in nächster Zeit nicht zu entspannen.