In den vergangenen Wochen jagte eine Schlagzeile die nächste wenn es um die Allianz-Fondstochter Pimco ging. Nun streicht das Unternehmen gewissermassen die Segel, denn die Aktien-Chefin Virginie Maisonneuve tritt zurück. Gleichzeitig arbeitet man an einer Lichtung des Wertpapier-Angebots.

Kurzer Auftritt

Virginie Maisonneuve wurde erst vor anderthalb Jahren ins Boot geholt und an die Spitze der Aktien-Leitung gesetzt. Pimco setzte grosse Stücke auf sie und ihre Aufgabe bestand darin den Aktienpool erfolgreich und gewinnbringend zu vergrössern. Die Allianz wollte sich insgesamt breiter aufstellen und nicht nur mehr mit Anleihen handeln. Zu diesem Schritt wurde die Allianz indirekt durch die ewig niedrigen Zinsen gezwungen. Aber die Aktie-Offensive blieb stecken bevor sie überhaupt richtig Fahrt aufnehmen konnte. Die nun frei gewordene Stelle von Maisonneuve im Führungsgremium wird nicht wieder besetzt. Somit bleibt ein fünfköpfiges Team an der Spitze von Pimco im Aktienbereich.

Pimco-Chef Douglas Hodge gab jedoch Entwarnung, denn das Aktiengeschäft bleibt Bestandteil der Anlagestrategie. Der Fokus soll auf gemeinsam getroffenen Entscheidungen liegen. In der Vergangenheit hatten Portfoliomanager bei Pimco zu viele Freiheiten genossen und im Alleingang Entscheidungen getroffen die nicht immer positiv verliefen. Maisonneuve führte bspw. eigenständig einen Fonds für Schwellenländer, der nun keinen Ertrag mehr abwirft. Indexbasierte Produkte werden künftig die Hauptaufmerksamkeit bekommen.

Personelle Unruhen bald beendet?

Es ist für kein Unternehmen von Vorteil wenn sich in der Führungsspitze Unruhen ergeben. Diese haben bei Pimco nun lange genug angehalten. Erst ging der Pimco-Gründer Bill Gross im September, jetzt folgt ihm Maisonneuve. Unterdessen fragen sich Anleger immer wieder ob der Aufwand mit den Aktien als separate Sparte lohnt? Von den rund 1,6 Billionen verwalteten Dollar setzt Pimco nur einen Bruchteil für den Aktienhandel ein. Eine Trendwende zum Jahresende wird herbeigesehnt. Erfolgreicher im Aktiengeschäft ist die kleinere Allianz Tochter „Global Investors“.

Doch Pimco hat sich in der Aktienwelt einfach keinen Namen machen können. David Schawel von Square 1 Financial meint dazu: „Wer sich für Aktien-Investments interessiert, der denkt einfach nicht an Pimco.“ Mal schauen ob es die schmalere Chefetage mit der neuen Ausrichtung mal zu positiven Schlagzeilen schafft?