Der Bitcoin zählt zu den ältesten virtuellen Währungen auf dem weltweiten Markt. Sie hat die Höhen und Tiefen der Wirtschaft mitgemacht und war mehr als einmal die letzte Ausweichmethode für Grossanleger. Doch so schnell eine virtuelle Handelsplattform entwickelt werden kann, so schnell kann sie auch wieder verschwinden. Für MtGox ist das genau jetzt der Fall, die Seite meldete Insolvenz an.

Technische Probleme als Vorwand

MtGox hat sich über die Jahre zur grössten Handelsplattform für Bitcoins entwickelt. Die letzten zweieinhalb Wochen hatten alle Nutzer der Website keinen Zugriff mehr auf ihre Konten. In dieser Zeit gab es viele Ausreden der Betreiber, allen voran hätte es Probleme mit der Software gegeben. Am Dienstag erfolgte dann der Shutdown, die Kunden waren endgültig verunsichert und das zu recht. Angeblich zum „Schutz der Kunden“, doch tatsächlich ist das Unternehmen schon längst pleite.

Gestern gab es dann eine erschreckende Auflösung für die Vorfälle vom Gründer selbst. Mark Karpeles brachte die bittere Wahrheit ans Tageslicht: „Da es zur Zeit viele Spekulationen um MtGox und seine Zukunft gibt, möchte ich allen versichern, dass ich immer noch in Japan bin und mit vielfacher Unterstützung hart daran arbeite, unsere Probleme zu lösen.“

47 Millionen offen

Die Verbindlichkeiten des Unternehmens belaufen sich auf umgerechnet 47 Millionen Euro. Schätzungen von Branchenkennern besagen, dass rund 740.000 Bitcoins offline gegangen sein könnten. Bei aktueller Umrechnung wären dies 400 Millionen Dollar. Sollte die Plattform nicht mehr online gehen, wären die offenen Verbindlichkeiten für Karpeles noch das kleinste Problem.

Den Bitcoin hatte man in 2009 erfunden und damit eine Alternative zu herkömmlichen Geldanlagen geschaffen, nachdem diese während der Finanzkrise zerbröckelt waren. Der Erfinder des Bitcoins ist unbekannt, sein Ziel einer von Banken und Staaten unabhängigen Währung hat er jedoch erreicht. Durch den weltweit möglichen Handel zu sehr niedrigen Gebühren, hat sich die Währung sehr schnell durchgesetzt. Das schmeckte den Aufsichtsbehörden natürlich gar nicht und so sprachen sie immer wieder Warnungen aus, die sich in letzter Zeit häuften. Der Wert eines Bitcoins schwankt sehr stark. Aktuell liegt er bei 560 Dollar, er hatte aber schon mal doppelt so viel gekostet.

Die Bitcoin-Stiftung sieht keine Zukunft mehr für die Handelswebsite MtGox: „Sie sind gescheitert, weil sie – wie es aussieht – nicht die nötigen Prüfungen durchgeführt haben“, erklärte Stiftungsdirektor Jon Matonis.