Der Jahresauftakt verlief für die Autobauer Volkswagen, BMW und Daimler äusserst gut. Rund 20 Prozent legten ihre Wertpapiere in nur wenigen Wochen zu, doch damit ist nun vorerst Schluss. Die JP Morgan Bank hat den Automarkt herabgestuft und hinzu kommen noch belastende Nachrichten aus Russland.

Niederschmetternde Branchenstudie

Die Bank hatte vor kurzem den Automarkt analysiert und nun eine Studie herausgebracht, in der ein kritischer Ausblick auf die Branche preisgegeben wurde. Kurz darauf verlor die Volkswagen-Aktie zwischenzeitlich drei Prozent, bei BMW sah es fast genauso schlecht aus und Daimler rutschte um 2,8 Prozent ab. Damit hat die US-Investmentbank JP Morgan mal wieder ihren Einfluss gezeigt. Vom „Overweight“ ging es zurück auf „Neutral“ und damit sank bei manchen Anlegern die Zuversicht in gute Renditen für die nächsten Monate.

Dabei hat es alles so gut begonnen im neuen Jahr. Nicht nur das, denn wenn man die Werte seit Oktober hinzurechnet, so ergibt sich ein Kursanstieg von 40 Prozent im Schnitt. Der Grund für den schnellen Anstieg soll der Wertverfall des Euros gewesen sein. Er hatte zusätzlich den Dax positiv beeinflusst. Doch die Experten rechnen nun mit einer deutlichen Abschwächung des Trends, zumal die Ölpreise nun ihr Niveau halten werden.

Russischer Markt wird einbrechen

JP Morgan gab zudem einen theoretischen Ausblick für den russischen Absatzmarkt. Die Beratungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers will in einer Studie herausgefunden haben, dass den deutschen Autobauern Volkswagen, BMW und Daimler ein sehr schlechtes Jahr auf dem grossen Markt bevorsteht. Schon in 2014 sanken die Umsätze und das wird auch so bleiben.

Maximal 1,75 Millionen Fahrzeuge sollen die Autohersteller nach dorthin verkaufen können, was einem Minus von 35 Prozent entspräche. Schon letztes Jahr ging es um 10 Prozent runter, nur noch 2,34 Millionen Wagen fanden den Weg nach Russland. Eine der ganz grossen Konstanten ist damit ins Wanken gekommen. Dieses Standbein galt lange als absolut sicher für die Branche. Doch der Konflikt mit der Ukraine und die damit entstandenen Sanktionen treffen nun verstärkt die Wirtschaft Russlands. Russische Bürger halten weitestgehend zu Putin und stellen sich gegen westliche Fahrzeuge, so schätzt man. Die Entwertung des Rubels senkt zudem die Kaufkraft.