Carl Icahn ist schwerreicher Multi-Milliardär und legt sich gern mit anderen Firmen an. Manche erinnern sich noch an seinen grossen Streit mit der Auktionsplattform eBay. Nachdem er vielen das Leben schwer gemacht hat, gerät er nun selbst ins Visier. Das FBI und die US-Börsenaufsicht werfen ihm Insiderhandel vor, gegen den er sich nun wehren muss.

Wer anderen eine Grube gräbt…

… fällt am Ende selbst hinein. Die amerikanische Börsenaufsicht SEC und die Bundespolizei wollen ihm an den Kragen. Untersuchungen bei Icahn und einigen sehr bekannten Personen im Börsengeschäft haben begonnen. In den Fall verwickelt sind der Profi-Zocker William Walters und der Golfer Phil Mickelson. Sie sollen von Icahn Informationen unter der Hand bekommen haben, um dann mit grossen Summen erfolgreich an der Börse spekulieren zu können. Das „Wall Street Journal“ berichtete ausführlich über die Anschuldigungen.
Icahn selbst bestreitet jedoch alles. „Wir wissen nichts von einer Untersuchung. Wir beachten bei allen unseren Aktivitäten die rechtlichen Erfordernisse“, versicherte er. Als Chef von Icahn Enterprise ist er verantwortlich für die Vermögensverwaltung sowie zahlreiche Immobilien. Auch Konsumgüter sind ihm bei seinen Investitionen gern gesehen.

Fokus auf den Clorox-Deal

Wie aus dem Bericht des Wall Street Journals hervorgeht, wollen die US-Behörden vor allem die Geschäfte im Zusammenhang mit dem Clorox-Deal unter die Lupe nehmen. Icahn hat in 2011 erklärt, die Kette von Haushaltswarengeschäften übernehmen zu wollen. Im Vorfeld soll dabei nicht alles glatt gelaufen sein. Zunächst erwarb er 9,1 Prozent am Unternehmen, einige Monate später gab es dann ein Übernahme-Angebot von zehn Milliarden Dollar. Freilich schossen die Clorox-Aktien daraufhin nach oben.

Mickelson verschweigt hingegen nicht, dass die US-Börsenaufsicht und das FBI sich bei ihm angemeldet haben. Er will mit den Behörden ohne Kompromisse zusammenarbeiten. William Walters hüllt sich in Schweigen und auch die Behörden lassen keine Stellungnahme zu.

Er streitet gern

Icahn ist bei einigen Unternehmen mittlerweile sehr gefürchtet. In der Vergangenheit durften sich der Computerhersteller Dell, sowie das Auktionshaus eBay samt PayPal mit ihm auseinandersetzen. Zum Teil hält er Wertpapiere an diesen Unternehmen und fordert dementsprechend einige Rechte ein. Auch mit Apple legte er sich an, weil er Milliarden an dessen Aktionäre ausschütten lassen wollte. In Deutschland machte er selbst vor dem Daimler-Konzern nicht halt.