Wie sehr liegen die USA und China nun wirklich im Clinch miteinander? Viele Medien neigen dazu einzelne Aussagen zu überwerten. US-Finanzminister Steven Mnuchin erklärte nun, dass es zunächst keine Strafzölle geben wird. Beide Seiten würden darauf verzichten. Doch äußerte sich ein weiteres Regierungsmitglied gänzlich anders.

Situation entschärft?

Der vorläufige Verzicht auf gegenseitige Strafzölle ist real. So erklärte es US-Finanzminister Steven Mnuchin gegenüber den „Fox News“. Dank intensiver Verhandlungen, habe man „sehr bedeutende Fortschritte“ erzielt. Ein gemeinsames Abkommen steht nun im Raum, auf dessen Rahmenbedingungen man sich geeinigt habe.

Darf die Situation deshalb als entschärft bewertet werden? Nicht unbedingt, denn am Sonntag erklärte der US-Wirtschaftsberater Larry Kudlow, dass die Strafzölle von Donald Trump immer noch ein Thema seien. Dem Sender CBS erklärte Kudlow: „Zölle sind Teil jeder Verhandlung, und Zölle können womöglich Teil von Zwangsmaßnahmen sein. Unserer Ansicht nach muss China sich öffnen. Sie müssen fairen Handel betreiben.“

Vorher hieß es aber schon, dass eine Übereinkunft gefunden wurde. China sei bereit auf einen Handelskrieg zu verzichten. In einer gemeinsamen Mitteilung vom Samstag, lautete es also Entwarnung. Es sollen Maßnahmen folgen, welche zur Reduzierung des US-Handelsdefizits mit Peking beitragen. Gemeint ist damit vor allem, dass China künftig deutlich mehr Waren und Dienstleistungen aus den USA importiert. Konkrete Zahlen blieben außen vor.

Das Lieblingsdruckmittel von Trump bleibt

Angesichts der etwas entspannteren Lage, dürfen die betroffenen Unternehmen aufatmen. Notwendig waren die Verhandlungen definitiv, aber damit ist die gute Beziehung nicht direkt wieder hergestellt. Ein erster Schritt ist erreicht, um nachhaltig die Wirtschafts- und Handelsprobleme beider Länder auszubessern.

Mnuchin drohte dann aber doch wieder, dass China sich an seine Verpflichtungen zu halten habe. Andernfalls könnte Donald Trump neue Strafzölle „jederzeit beschließen“. Der amtierende US-Präsident wünscht sich eine ausbalancierte Handelsbeziehung. China exportiere bislang sehr viel und holt sich zu wenig Waren sowie Dienstleistungen aus den USA. Woraus sich ein US-Handelsdefizit von 375 Milliarden Dollar in 2017 ergeben haben soll.