Die nächsten Tage werden für Anleger und Börsianer extrem spannend. Zahlreiche Unternehmen veröffentlichen ihre Bilanzen. Parallel dazu geht es weiterhin um den Handelsstreit und die kurzfristige Zinspolitik. Zwei Themen die Anlass zur Sorge geben.

Gute Bilanzen vs. politische Ängste

Um es auf den Punkt zu bringen, hält sich Anfang der Woche alles die Waage. Positive Bilanzzahlen sind zu erwarten. Doch der drohende Handelskrieg mit den USA und steigende Zinsen, drücken gegen den Auswärtstrend. Anleger sollten deshalb die Ruhe bewahren und abwarten.

Volkswirtin Claudia Windt von der Helaba, kommentierte es so: „Noch sind die Anleger an den Finanzmärkten bemüht, die Puzzleteilchen zu einem Gesamtbild zusammenzusetzen. Dabei ist allerdings nicht so ganz klar, welches Bild am Ende rauskommen wird.“

Dem Dax gelang es in der Vorwoche um 0,8 Prozent zu gewinnen. Seine 12.540 Wähler zeichnen damit die vierte Woche im Plus ab. Eine starke Entwicklung, deren Trend aber nun abzuflachen scheint. Die Grenze zu 12.600 Punkten wird als kritisch angesehen.

Am Donnerstag treffen sich erneut die Währungshüter der Europäischen Zentralbank (EZB). Kaum einer zweifelt am Festhalten der 0,0 Prozent. EZB-Chef Mario Draghi dürfte seine gewohnten Floskeln als Begründung abgeben. Wann das Anleihekaufprogramm enden soll, darüber spricht man wohl nicht vor Juni.

Steigende Ölpreise drosseln Börsenerwartungen

Das „schwarze Gold“ kennt immer noch kein Halten. Zuletzt musste man für ein Barrel der Sorte Brent 74,75 US-Dollar bezahlen. Höchstand seit knapp vier Jahren. Wenn die Ölpreise stark anziehen, sind davon sehr viele Branchen betroffen. Weshalb die Analysten mit einer stärkeren Inflation rechnen. Trifft dies ein, könnte die US-Notenbank Fed noch mehr als nur die zwei geplanten Zinsanhebungen für 2018 ansetzen.

Zurück zu den versprochenen Bilanzen. Der Dienstag bringt Coca-Cola, am Mittwoch Facebook & Boeing, sowie Microsoft und Amazon am Donnerstag, mit. Deutsche Unternehmen wie Lufthansa, Volkswagen, Deutsche Bank und Covestro, reihen sich mit ein.

Ebenso meldet sich der Ifo-Index am Dienstag zu Wort. Er spiegelt die Stimmung aus den deutschen Chef-Etagen wieder.