In den vergangenen Monaten wurde die Maisernte in den USA eingefahren. Der Ertrag überstieg alle Erwartungen, womit die US-Händler ein starkes Druckmittel für Europa hatten bzw. immer noch haben. Es begann mit einem starken Preisabfall aufgrund des grossen Angebots.

Darauf musste die Konkurrenz reagieren und am Ende freuten sich die Abnehmer darüber.

Wofür wird Mais alles verwendet?

Das kleine gelbe Korn findet grossen Anklang in der Weltwirtschaft. Seine Einsatzmöglichkeiten sind sehr zahlreich, weshalb in diesem Jahr mehr davon angebaut wurde. Mais kann bspw. in natürlichen Waschmitteln vorkommen. Hier hat es eine starke Reinigungsleistung, gepaart mit einem natürlichen Wasserenthärter.

Mais dient somit nicht nur als Nahrungsmittel, wenngleich rund 15 Prozent der Ernte noch dafür verwendet werden. Die Maisstärke und das Maisöl finden Anwendung als Heilmittel. Hier wirken vor allem das Vitamin E sowie einige Säuren des Maiskorns sehr wohltuend. Auch in der Haut- und Körperpflege ist Mais ein beliebtes Produkt mit guter Wirkung und günstiger Herstellung.

Doch wohl am umstrittensten ist der Mais bei seiner Nutzung als Treibstoff. Mais im Tank, statt Benzin oder Diesel. Der daraus gewonnene Biotreibstoff ist in den USA sehr beliebt. Seit 2001 wächst der Maisanbau zum Zwecke des Bioethanols stetig an. Rund ein Drittel der Produktion landet später im Tank. Auch deutsche Landwirte haben immer mehr Interesse am „Mais-Sprit“. Die EU fördert zudem bis 2020 den verstärkten Einsatz von Biotreibstoffen zur Schonung der Umwelt. Neben Weizen und Zuckerrüben, kommt der Mais auch beim berühmtberüchtigten E10-Treibstoff ins Gemisch.

Sollte gar keine andere Verwendung gefunden werden, nutzt die Industrie aufgepoppte Maisstärke als Füllstoffe im Versandhandel. In den Kartons füllen sie die Zwischenräume auf und am Ende können die Kinder noch Figuren daraus basteln.

 Der Handel mit Mais

Mais ist also ein sehr beliebtes Gut und benötigt entsprechende Handelsplätze weltweit. Statistisch betrachtet, wird Getreide am meisten gehandelt, dicht gefolgt vom Mais. 2011 exportierten die Länder fast 110 Millionen Tonnen vom gelben Korn. Die Mehrheit stellte dabei die USA mit 41,9 Prozent. In Europa wird der Mais wiederum gern von Deutschland, den Niederlanden und Portugal importiert.

Gehandelt wird der Mais aber auch virtuell, bspw. am Chicago Mercantile Exchange. Die aktuell hohen Preisschwankungen machen den Mais für Trader und Privatanleger lukrativ. Hier wird viel spekuliert und die Gefahr besteht immer, gerade durch den Handel mit einer leicht verderblichen Ware. Die Broker können die Finger dennoch nicht davon lassen und vertreiben den Mais bzw. dessen Kursverlauf als Zertifikate, CFDs, ETCs, ETFs oder als Teil verschiedener Rohstoff-Fonds. Mais kann sogar im Future-Handel mittels CBOT gekauft und verkauft werden.

Den ausschlaggebenden Punkt für die Benchmark ist der Mais-Kontrakt an der CBOT. (Chicago Board of Trade) Alle anderen Preise und Maissorten orientieren sich an diesem Leitwert. Da der Maispreis ein Vierjahrestief erreicht hat, rechnen viele Analysten mit einer guten Geldanlage im Verlauf der nächsten Monate, wenn der Bedarf das Angebot wieder übersteigen sollte.