Die chinesischen Aktienmärkte sind in diesen Tagen ein unsicheres Pflaster für Anleger. Der Staat greift unterstützend ein und organisiert massiv Finanzmittel. Doch es bleibt eine starke Mischung aus Hochs und Tiefs.

Verluste in Prozenten

Der Shanghai Composite Index schaffte es ins Plus, um 2,41 Prozent wuchs er und stoppte bei 3775,91 Punkten. Für andere Indizes sah es dagegen mau aus. Der ChiNext Index verlor stolze 4,28 Prozent und verblieb bei unter 2.500 Punkten. Beim Shenzhen Component Index ging es nicht ganz so weit in den Keller, doch 1,39 Prozent musste auch er lassen. (12.075,77 Punkte)

Innerhalb eines Tages können die Kurse um mehrere Prozente schwanken. So geht es morgens bspw. weit hinauf, die Bestmarke lag bei sieben Prozent, nur um dann gegen Handelsende wieder steil abzusinken. Es herrscht ein reger Handel an Chinas Börsen, jedoch ohne erkennbare Struktur. Auch der Hang Seng Index konnte kein Land gewinnen, musste es mit minus 3,18 Prozent vielmehr abgeben.

Die vergangenen drei Wochen brachten insgesamt einen Verlust von knapp 30 Prozent ein. Chinas Regierung reagierte mit grosser Unterstützung, doch es half nichts. Umgerechnet bis zu 400 Milliarden Euro haben die Aktienmärkte in nur wenigen Tagen verloren. Die „China Daily“ schreibt dazu: „Zu wilde Fluktuationen sind sowohl unberechtigt als auch ungewollt, weil sie kleinere Investoren schädigen und Panik oder andere Komplikationen auslösen können, die die Lage der Realwirtschaft beeinträchtigen.“

Zinssenkung verpufft

Vor einer Woche entschied sich die chinesische Zentralbank zu einer Zinssenkung, während die Regierung gleichzeitig mit finanziellen Mitteln eingriff. Doch die gewünschte Wirkung verpuffte einfach. Kommt es hier zum nächsten Börsenkrach? Der weitestgehend abgeschottete chinesische Aktienmarkt würde in sich zusammenbrechen, was auch soziale Auswirkungen hätte. Ganz zu schweigen vom Druck auf die Politik.

Das System hat trotz kleiner Krise an den Börsen nicht versagt, berichtet die „China Daily“ weiter. Doch neue Börsengänge wird es vorerst nicht geben. So wurde es am Wochenende bei einer Versammlung des Kabinetts beschlossen. Premier Li Keqiang setzte sich für eine starke Liquidität ein. Die Wertpapierhäuser einigten sich mit der Regierung auf umgerechnet 17,5 Milliarden Euro für langfristige Aktienkäufe.