Der physische Handel an der Börse ist geprägt von schreienden Analysten und wilden Gesten. Wesentlich friedlicher geht der Börsenhandel da am Computer und dieser Trend setzt sich durch. Der physische Handel in Chicago beendet seine Geschäfte, die älteste Terminbörse geht runter vom Parkett. Es verbleiben nur noch vier wirklich wichtige Parkettbörsen.

Fast schon nostalgisch

So sehen es viele Händler mittlerweile wenn sie an die wilden Zeiten an der Chicagoer Terminbörse denken. Händler mit konstantem Schweissausbruch im Gesicht und ein kaum auszuhaltender Lärm. Seit 160 Jahren war dieses Geschehen hier normaler Alltag gewesen. Betrieben wird die Börse in Chicago von der CME Group und sie hat angekündigt den physischen Handel mit Futures einzustellen. Bei Futures wird auf die Kursentwicklung von Wertpapieren und Rohstoffen gewettet.

Und warum kommt es zur Beendigung? Der Handel am PC ist wesentlich einfacher putty ssh key , stressfreier und flexibler. Binnen Sekunden können Positionen eingekauft und sofort wieder verkauft werden. Das digitale Zeitalter an den Börsen ist von einem rasanten Tempo geprägt. Diesem kommt der physische Handel nur bedingt nach und was die Computer leisten können, ist für menschliche Händler nicht mehr realisierbar. Die CME gibt an unter einem Prozent des Handels an den Börsen zu steuern.

Während dieser Schritt irgendwo logisch erscheint, endet damit auch eine Tradition und das erzeugt Demut bei den Händlern. Fällt als nächstes nun auch die Börse an der Wall Street in New York? Jens Korte, Börsenkorrespondent beim Nachrichtensender N-TV, gibt sich zum Thema entspannt: „Der Gebäude- und auch der Parketthandel ist schlussendlich ein Relikt aus vergangenen ruhmreichen Tagen.“ Da der New Yorker Stock Exchange aber die „grösste Aktienbörse der Welt“ ist, wird es hier zu keiner Schliessung kommen, so Korte.

Spass im Pit

So bezeichnet es der Händler Ryan Carlson. Der Pit beschreibt die achteckige Handelsplattform im physischen Handel. Es gab „keine Benimmregeln“ und dieses Animalische hat die Händler immer wieder aufs Parkett gezogen. Um sich in dem Geschrei überhaupt verständigen zu können, bedienten sich die Händler diverse Handzeichen und Gesten. Nun verbleiben noch die Parkettbörsen in New York, London, Frankfurt und Tokio.