Ein weiterer Messenger-Dienst hat es aufs US-Börsenparket geschafft. Dieser hört auf den Namen „Slack“ und wurde zum Start mit knapp 15,7 Milliarden Dollar bewertet. Dies entspricht 26 Dollar je Aktie, welche an der New York Stock Exchange (NYSE) ausgegeben wird. Es kam zu einer Direktplatzierung und Analysten gehen davon aus, dass der Referenzpreis weit überstiegen werden könnte.

Direct Listing von Aktien

Bereits bestehende Aktien werden per Direct Listing zum Kauf angeboten. Dabei benötigt Slack keine Investmentbank für die Preisgestaltung. Auch die Zuteilung erfolgt ohne Mitwirken Dritter. Dadurch kann sich der Dienstleister einige Millionen Dollar einsparen. Banken langen bei Börsengängen bekanntlich zu, um ihren Service zu erfüllen.

Der Preis von 26 Dollar je Aktie entspricht nur einer groben Richtung. Es handelt sich dabei um eine Schätzung der NYSE, nachdem eine Analyse des Finanzmarktes stattfand. Ebenso nehmen Finanzberater Einfluss auf die Preisbildung. Bei Slack geht man davon aus, dass das Wertpapier deutlich höher gehandelt wird, sobald es erhältlich ist.

Vom Spielentwickler zum modernen Messenger

Seit 2009 tüftelt Slack an seiner Erfolgsgeschichte. Ursprünglich nannte man sich „Tiny Speck“ und entwickelte Spiele. Weil es damit wohl nicht so gut lief, kam die Neuausrichtung auf Messaging-Software. Eigentlich sollte Slack nur zur internen Kommunikation dienen. Schnell stellten die Entwickler fest, dass dies Form von Instant Messaging bei den Mitarbeitern viel besser ankam als klassische E-Mails zu versenden.

2018 erzielte Slack eine zahlende Kundschaft von 88.000 Nutzern. 2017 waren es noch 59.000 und somit ist das Wachstumspotential durchaus gegeben. Manche Teilnehmer zahlen für den Service sogar über 100.000 Dollar im Jahr, um darüber ihre wichtigen Nachrichten abwickeln zu können.

Stewart Butterfield und Cal Henderson zählen zu den Mitbegründern von Slack. Ersterer hält als CEO nur 8,6 Prozent an Aktien, während es bei Henderson (CTO) mit 3,4 Prozent noch weniger sind. Slack konnte früh drei Risikokapitalgeber anlocken. Diese halten die Mehrheit aller verfügbaren Wertpapiere.